Die Montage einer neuen Innentür scheint auf den ersten Blick einfach, doch der Teufel steckt im Detail. Ein häufiges Szenario, das Heimwerker zur Verzweiflung bringt: Alles ist ausgerichtet, der Schaum wird eingebracht, und plötzlich bewegt sich der Rahmen. Die Frage "Türzarge rutscht beim Schäumen: Wie fixieren?" ist daher eine der wichtigsten Überlegungen vor Beginn der Arbeiten. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie dieses Malheur verhindern.
Warum rutscht die Türzarge überhaupt?
Um das Problem zu lösen, muss man die Ursache verstehen. Der Montageschaum (PU-Schaum) hat die Eigenschaft, sich beim Aushärten stark auszudehnen. Diese Expansionskraft ist enorm und drückt gegen das Mauerwerk und das Türfutter. Ohne ausreichende Gegenkraft und Fixierung gibt die Zarge nach, wölbt sich nach innen oder verschiebt sich komplett.
Die richtige Vorbereitung ist entscheidend
Bevor Sie zur Schaumpistole greifen, müssen Sie sicherstellen, dass die Zarge mechanisch fest sitzt. Nutzen Sie Holzkeile oder spezielle Montagekissen, um die Zarge im Mauerwerk zu verkeilen.
- Ausrichten: Nutzen Sie eine Wasserwaage, um die Zarge lot- und waagerecht auszurichten.
- Verkeilen: Klemmen Sie Holzkeile paarweise (gegeneinander) zwischen Zarge und Wand, oben in den Ecken und auf Höhe der Bänder.
- Bodenabstand: Achten Sie auf den korrekten Abstand zum Boden (ca. 2-3 mm), um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden.
Werkzeuge zur Fixierung: Türspreizen sind Pflicht
Wenn Sie sich fragen: "Türzarge rutscht beim Schäumen: Wie fixieren?", lautet die professionelle Antwort immer: Nutzen Sie Türfutterspreizen (Türspanner).
- Türfutterspreizen: Diese Werkzeuge drücken die beiden vertikalen Zargenteile auseinander und halten sie exakt auf Abstand. Mindestens drei Spreizen sind pro Tür notwendig (oben, mitte, unten).
- Richtzwingen: Diese werden zusätzlich am Zierbekleidungsrahmen angesetzt, um den Winkel exakt zu halten.
Tipp: Improvisieren Sie nicht mit Dachlatten, wenn Sie keine Erfahrung haben. Professionelle Türspreizen lassen sich stufenlos und millimetergenau einstellen.
Schritt-für-Schritt: Richtig fixieren und schäumen
Damit nichts verrutscht, gehen Sie wie folgt vor:
1. Spreizen setzen
Setzen Sie die Türspreizen genau auf Höhe der Scharniere und des Schließblechs. Ziehen Sie diese so fest, dass die Zarge fest an die zuvor gesetzten Holzkeile gedrückt wird, sich aber nicht nach außen biegt.
2. Der richtige Schaum
Verwenden Sie idealerweise einen 2-Komponenten-Zargenschaum oder einen "Low Expansion"-Schaum. Diese schäumen schneller aus und drücken weniger stark nach als herkömmlicher Bauschaum. Das reduziert das Risiko, dass die Zarge verrutscht, erheblich.
3. Punktuell Schäumen
Schäumen Sie niemals den gesamten Hohlraum auf einmal aus. Setzen Sie Schaumpunkte im Bereich der Spreizen und Keile. Erst wenn diese ausgehärtet sind (ca. 20-30 Minuten), können Sie die restlichen Hohlräume vorsichtig füllen.
Was tun, wenn es schon passiert ist?
Ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen und die Zarge hat sich verschoben?
- Solange der Schaum frisch ist: Entfernen Sie sofort den Schaum mit einem PU-Reiniger, richten Sie die Zarge neu aus und fixieren Sie sie besser.
- Wenn der Schaum fest ist: Hier hilft oft nur das mechanische Freischneiden mit einem Cutter-Messer oder einer Säge. Die Zarge muss vom Druck befreit und neu positioniert werden.
Die Antwort auf "Türzarge rutscht beim Schäumen: Wie fixieren?" liegt also in der Kombination aus mechanischer Verkeilung, dem Einsatz von hochwertigen Türspreizen und der Wahl des richtigen Schaums. Geduld beim Aushärten ist der Schlüssel zum Erfolg.