Wer Opfer eines Einbruchs, eines Brandes oder eines Wasserschadens wird, steht oft vor einem Trümmerhaufen. Neben dem emotionalen Schock folgt schnell der bürokratische Kampf mit der Versicherung. Um den tatsächlichen Wert Ihres Hausrats erstattet zu bekommen, sind Beweise unerlässlich. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Fotos von Wertsachen sicher speichern und eine wasserdichte Dokumentation erstellen.
Warum die Dokumentation so wichtig ist
Versicherungen arbeiten nach einem einfachen Prinzip: Wer einen Schaden geltend macht, muss diesen belegen. Eine bloße Behauptung, man habe eine teure Uhr oder hochwertiges Hi-Fi-Equipment besessen, reicht im Ernstfall nicht aus. Fotos dienen hier als unwiderlegbarer Besitznachweis. Sie zeigen nicht nur die Existenz des Gegenstands, sondern oft auch dessen Zustand und Marke.
Was sollte fotografiert werden?
Konzentrieren Sie sich nicht nur auf Schmuck und Bargeld. Fotografieren Sie:
- Elektronik (Laptops, Kameras, Fernseher)
- Hochwertige Möbel und Teppiche
- Kunstgegenstände und Sammlungen
- Teure Kleidung und Accessoires
- Fahrräder und Sportgeräte
Anleitung: Wertsachen richtig fotografieren
Bevor Sie sich Gedanken darüber machen, wie Sie die Fotos von Wertsachen sicher speichern, müssen diese erstellt werden. Ein unscharfes Bild im Halbdunkel hilft wenig.
- Das Detailbild: Fotografieren Sie Seriennummern, Modellbezeichnungen und besondere Merkmale (z.B. Gravuren) im Makro-Modus.
- Die Totale: Machen Sie ein Bild des Gegenstands in seiner gewohnten Umgebung (z.B. der Fernseher an der Wand). Das beweist, dass er sich tatsächlich in Ihrem Haushalt befand.
- Kaufbelege: Legen Sie, wenn möglich, die Originalrechnung neben den Gegenstand und fotografieren Sie beides zusammen.
Tipp: Legen Sie bei kleineren Gegenständen wie Schmuck ein Maßband oder eine Münze als Größenreferenz daneben.
Fotos von Wertsachen sicher speichern: Die 3-2-1 Regel
Das beste Foto nützt nichts, wenn es auf einer Festplatte liegt, die beim Wohnungsbrand ebenfalls zerstört wird oder zusammen mit dem Laptop gestohlen wird. Um Fotos von Wertsachen sicher speichern zu können, empfiehlt sich die bewährte 3-2-1-Backup-Strategie:
- 3 Kopien Ihrer Daten anfertigen.
- 2 verschiedene Medien nutzen (z.B. Festplatte und USB-Stick).
- 1 Kopie außer Haus aufbewahren (z.B. Cloud oder Schließfach).
1. Verschlüsselte Cloud-Speicher
Der bequemste Weg, um Kopien außer Haus zu lagern, ist die Cloud. Dienste wie Google Drive, Dropbox oder OneDrive bieten einfachen Upload. Achten Sie jedoch auf Datenschutz. Sensible Bilder von Wertsachen und Rechnungen sollten vor dem Upload verschlüsselt werden (z.B. in einem passwortgeschützten ZIP-Archiv oder mit Tools wie Cryptomator). Dies schützt Ihre Privatsphäre, falls der Cloud-Account gehackt wird.
2. Physische Datenträger an einem externen Ort
Wenn Sie Cloud-Diensten misstrauen, speichern Sie die Bilder auf einem verschlüsselten USB-Stick oder einer externen SSD. Deponieren Sie diesen Datenträger an einem sicheren Ort außerhalb Ihrer Wohnung:
- Im Bankschließfach
- Bei vertrauenswürdigen Verwandten
- An Ihrem Arbeitsplatz (in einem abschließbaren Rollcontainer)
3. Digitale Inventarlisten-Apps
Es gibt spezielle Apps für Hausratversicherungen, die Ihnen helfen, eine Inventarliste zu erstellen und Fotos von Wertsachen sicher speichern. Diese Apps synchronisieren die Daten oft direkt mit sicheren Servern. Prüfen Sie jedoch vor der Nutzung die AGB und Datenschutzbestimmungen des Anbieters.
Regelmäßige Aktualisierung
Ein häufiger Fehler ist, dass die Dokumentation veraltet. Gewöhnen Sie sich an, neue Anschaffungen sofort zu fotografieren und die Bilder in Ihr Backup-System einzupflegen. Ein jährlicher "Inventur-Tag" hilft dabei, den Überblick zu behalten und alte Gegenstände aus der Liste zu entfernen.
Fazit zur Sicherheit: Die Kombination aus lokalen Backups und einer verschlüsselten Cloud-Kopie ist der Goldstandard, wenn Sie langfristig Fotos von Wertsachen sicher speichern möchten. So sind Sie im Schadensfall auf der sicheren Seite und erhalten die Erstattung, die Ihnen zusteht.